Für Millionen Deutsche ist der Urlaub ohne den Vierbeiner undenkbar. Hund und Katze sind längst Familienmitglieder, und die Vorstellung, sie während der schönsten Wochen des Jahres in einer Tierpension unterzubringen, kommt für viele nicht infrage. Glücklicherweise war das Reisen mit Haustier noch nie so einfach wie heute. Die EU hat die Einreisebestimmungen weitgehend vereinheitlicht, Hotels und Ferienwohnungen haben sich auf vierbeinige Gäste eingestellt, und von der Ostsee bis zum Gardasee gibt es kaum noch ein Urlaubsziel, das für Hunde ungeeignet wäre.

Dennoch erfordert ein Urlaub mit Haustier gute Vorbereitung. Welche Dokumente brauche ich? Wo sind Hunde am Strand erlaubt? Welche Hotels akzeptieren Katzen? Was packe ich ein? Wie transportiere ich meinen Hund sicher im Auto? Dieser umfassende Reiseführer beantwortet alle wichtigen Fragen rund um den Urlaub mit Hund und Katze, erklärt die aktuellen Einreisebestimmungen 2026 und stellt die schönsten hundefreundlichen Reiseziele in Deutschland und Europa vor.

Warum Urlaub mit dem Haustier immer beliebter wird

Die Zeiten, in denen Hunde und Katzen während des Urlaubs bei Nachbarn oder in Tierpensionen untergebracht wurden, gehen zu Ende. Laut aktuellen Umfragen nehmen über 60 Prozent der deutschen Hundebesitzer ihren Vierbeiner regelmäßig mit in den Urlaub. Bei Katzenbesitzern ist der Anteil niedriger, aber auch hier steigt die Zahl derjenigen, die ihre Samtpfote nicht zurücklassen möchten. Die Gründe sind vielfältig: Viele Tiere leiden unter Trennungsangst, Tierpensionen sind teuer, und nicht immer findet sich eine zuverlässige Betreuung. Hinzu kommt, dass viele Urlaubserlebnisse mit dem Hund einfach schöner sind – eine Wanderung am Strand, eine Bergtour, ein Spaziergang durch eine fremde Stadt.

Die Tourismusbranche hat auf diesen Trend reagiert. Hundefreundliche Hotels, Ferienwohnungen mit eingezäuntem Garten, Campingplätze mit Hundewiese, spezielle Hundestrände, Wanderwege mit Hundebeutelspendern – die Infrastruktur für reisende Haustiere ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen. Auch die rechtlichen Hürden sind gesunken: Seit 2013 regelt die EU-Verordnung 576/2013 die Einreisebestimmungen für Heimtiere weitgehend einheitlich. Ein EU-Heimtierausweis, eine gültige Tollwutimpfung und ein Mikrochip – mehr braucht es in der Regel nicht, um mit Hund oder Katze innerhalb der EU zu reisen.

Die rechtlichen Voraussetzungen – EU-Heimtierausweis und Einreisebestimmungen

Der EU-Heimtierausweis – Das wichtigste Dokument

Der EU-Heimtierausweis ist das zentrale Reisedokument für Hunde, Katzen und Frettchen innerhalb der Europäischen Union. Er wird von jedem ermächtigten Tierarzt ausgestellt und enthält alle wichtigen Daten: Name und Kontaktdaten des Besitzers, Beschreibung des Tieres (Rasse, Farbe, besondere Merkmale), Mikrochip-Nummer oder Tätowierung, Tollwutimpfung mit Datum und Chargenbezeichnung des Impfstoffs, sowie gegebenenfalls weitere Behandlungen wie die Bandwurmbehandlung. Der Ausweis ist lebenslang gültig, solange die darin eingetragenen Daten aktuell sind – insbesondere die Tollwutimpfung muss regelmäßig aufgefrischt werden.

Wichtig: Nur Heimtierbesitzer mit Wohnsitz in der EU erhalten einen EU-Heimtierausweis. Wer von außerhalb der EU in die EU einreist, benötigt eine amtliche Veterinärbescheinigung. Der Ausweis muss während der gesamten Reise mitgeführt werden und ist bei Kontrollen vorzuzeigen. In der Praxis wird er zwar selten kontrolliert, aber bei Razzien oder bei der Ein- und Ausreise aus bestimmten Ländern kann es sein, dass er verlangt wird.

Mikrochip-Kennzeichnung – Pflicht seit 2011

Seit dem 3. Juli 2011 ist die Mikrochip-Kennzeichnung für alle Heimtiere verpflichtend, die innerhalb der EU reisen. Der Mikrochip, ein reiskorngroßer Transponder, wird vom Tierarzt unter die Haut des Tieres (meist im Nacken) injiziert und enthält eine einzigartige 15-stellige Nummer. Diese Nummer wird im EU-Heimtierausweis eingetragen und ermöglicht die eindeutige Identifizierung des Tieres. Tätowierungen, die vor dem 3. Juli 2011 angebracht wurden, sind noch bis auf Weiteres gültig, aber nur, wenn sie eindeutig lesbar sind. Bei neuen Tieren ist ausschließlich der Mikrochip zulässig.

Der Mikrochip dient nicht nur der Einreisekontrolle, sondern auch dem Tierschutz: Geht ein Tier im Urlaub verloren, kann es über den Chip identifiziert und dem Besitzer zurückgegeben werden – vorausgesetzt, das Tier ist bei einem Haustierregister wie FINDEFIX oder Tasso registriert. Diese Registrierung ist kostenlos und sollte unbedingt erfolgen.

Tollwutimpfung – Die wichtigste Gesundheitsvoraussetzung

Eine gültige Tollwutimpfung ist Voraussetzung für jede grenzüberschreitende Reise innerhalb der EU. Die Impfung darf frühestens im Alter von 12 Wochen verabreicht werden und gilt erst 21 Tage nach der Impfung. Das bedeutet: Welpen können frühestens im Alter von 15 Wochen einreisen. Die Auffrischungsimpfung muss je nach Impfstoff jährlich oder alle drei Jahre erfolgen – moderne Impfstoffe haben meist eine Gültigkeit von drei Jahren, und diese wird innerhalb der EU auch anerkannt, sofern es im EU-Heimtierausweis entsprechend vermerkt ist.

Wichtig ist, dass die Impfung zum Zeitpunkt der Reise noch gültig sein muss. Läuft der Impfschutz während des Urlaubs ab, kann es bei der Rückreise zu Problemen kommen. Eine Nachimpfung im Ausland ist zwar möglich, sollte aber vor der Reise mit dem eigenen Tierarzt besprochen werden. Bei Reisen in Nicht-EU-Länder oder bei der Rückkehr aus solchen kann zusätzlich ein Tollwut-Antikörpertest (Bluttest) verlangt werden – dieser muss mindestens drei Monate vor der Einreise durchgeführt werden.

Bandwurmbehandlung – Sonderregelung für bestimmte Länder

Eine Besonderheit gilt für Reisen nach Finnland, Irland, Malta, Norwegen und Nordirland: Hier ist eine Behandlung gegen den Bandwurm Echinococcus multilocularis (Fuchsbandwurm) vorgeschrieben. Die Behandlung muss zwischen 24 und 120 Stunden (1 bis 5 Tage) vor der Einreise erfolgen und im EU-Heimtierausweis dokumentiert werden. Für Hunde, die direkt zwischen diesen Ländern reisen, ist die Behandlung nicht erforderlich. Die Bandwurmbehandlung ist nicht zu verwechseln mit einer allgemeinen Entwurmung und muss mit einem zugelassenen Präparat (meist Praziquantel) erfolgen.

Listenhunde und Einreiseverbote – Länder mit Sonderregeln

Einige Länder haben Einreiseverbote oder strenge Auflagen für bestimmte Hunderassen, die als gefährlich eingestuft werden. In Deutschland selbst dürfen Hunde der Rassen Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier und deren Kreuzungen nicht eingeführt werden – es sei denn, der Hund ist bereits in Deutschland gemeldet und der Halter kann eine gültige Halteerlaubnis vorweisen. Frankreich verbietet die Einreise von Hunden der Kategorie 1 (Pitbull, Boerbull, Tosa), während die Einreise von Hunden der Kategorie 2 (unter anderem Rottweiler) an zahlreiche Bedingungen geknüpft ist. Dänemark hat ein besonders striktes Hundegesetz, das 13 Rassen und deren Kreuzungen verbietet.

Besitzer von Listenhunden sollten sich vor der Reise unbedingt bei der Botschaft des Ziellandes über die aktuellen Bestimmungen informieren. In manchen Ländern ist die Einreise zwar möglich, aber nur mit Wesenstest, Maulkorb- und Leinenpflicht, Haftpflichtversicherungsnachweis und anderen Auflagen. Auch innerhalb Deutschlands variieren die Regelungen von Bundesland zu Bundesland.

Reisen mit Welpen – Besondere Altersgrenzen

Welpen unter 15 Wochen dürfen in den meisten EU-Ländern nicht einreisen, da die Tollwutimpfung frühestens mit 12 Wochen verabreicht werden darf und der Impfschutz erst 21 Tage später wirksam ist. Einige Länder erlauben unter bestimmten Voraussetzungen die Einreise von Welpen zwischen 12 und 15 Wochen, wenn sie von ihrer Mutter begleitet werden und diese nachweislich geimpft ist – diese Regelung ist jedoch kompliziert und wird nur in Ausnahmefällen gewährt. Wer mit einem sehr jungen Tier verreisen möchte, sollte rechtzeitig beim Tierarzt und der zuständigen Veterinärbehörde nachfragen.

Urlaub mit Hund im Hotel – Hundefreundliche Unterkünfte finden

Die Wahl der richtigen Unterkunft ist entscheidend für einen entspannten Urlaub mit Hund. Nicht alle Hotels akzeptieren Hunde, und selbst wenn Hunde erlaubt sind, gibt es oft Einschränkungen: Maximalgröße, Zuschlag pro Nacht, Verbot im Restaurant oder Wellnessbereich. Daher lohnt es sich, bei der Buchung genau nachzufragen und die Bedingungen zu klären.

Was macht ein Hotel hundefreundlich?

Ein wirklich hundefreundliches Hotel bietet mehr als nur die bloße Duldung von Hunden. Idealerweise gibt es einen eingezäunten Garten oder eine Hundewiese, Näpfe und Decken im Zimmer, Kotbeutelspender auf dem Gelände, Informationen zu nahegelegenen Gassirouten und Hundestränden, und vielleicht sogar einen Hundesitter-Service oder eine Hundewaschstation. Besonders luxuriöse Häuser bieten spezielle Hundemenüs, Hundebetten und sogar Wellness-Angebote für Vierbeiner. In Deutschland haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Hotels auf Hundeurlauber spezialisiert und bieten Rundum-Pakete an.

Wichtig ist auch die Lage des Hotels: Ein Hotel direkt an einer stark befahrenen Straße ohne nahegelegene Grünflächen ist für einen Hund ungeeignet. Ideal sind Hotels in ländlicher Umgebung, in Strandnähe mit Hundestrand oder in den Bergen mit Wanderwegen direkt vor der Tür. Auch die Zimmergröße spielt eine Rolle: Ein großer Hund braucht Platz, und in einem winzigen Zimmer fühlt sich weder Mensch noch Tier wohl.

Hundefreundliche Hotelketten und Regionen

Einige große Hotelketten haben sich auf Gäste mit Hund spezialisiert. Zu den besonders hundefreundlichen gehören viele Ferienhotelanlagen an der Ostsee und Nordsee, Wellnesshotels im Schwarzwald und Allgäu, sowie Landhotels in Bayern, Österreich und Südtirol. Auch viele kleinere, inhabergeführte Hotels und Pensionen sind oft hundefreundlicher als große Kettenhotels, da sie individueller auf die Wünsche ihrer Gäste eingehen können. Plattformen wie hunde-urlaub.net, hundeurlaub.de oder hundereisen.de listen speziell geprüfte hundefreundliche Unterkünfte.

Was kostet ein Hund im Hotel?

Die Preise für Hunde im Hotel variieren stark. Manche Hotels erheben keinen Zuschlag, andere berechnen pauschal 10 bis 30 Euro pro Nacht, wieder andere staffeln nach Größe des Hundes. In Luxushotels können die Zuschläge auch deutlich höher liegen. Manchmal ist eine Endreinigung fällig, wenn der Hund im Zimmer war. Es empfiehlt sich, diese Kosten vor der Buchung zu klären, um böse Überraschungen zu vermeiden. Manche Hotels verlangen auch eine Kaution für eventuelle Schäden durch das Tier.

Ferienwohnung mit Hund – Mehr Freiheit und Flexibilität

Viele Hundebesitzer bevorzugen Ferienwohnungen oder Ferienhäuser gegenüber Hotels, da sie hier mehr Freiheit haben. Der Hund kann sich freier bewegen, es gibt meist einen Garten oder zumindest eine Terrasse, und man ist nicht an Essenszeiten gebunden. Besonders Ferienhäuser mit eingezäuntem Grundstück sind ideal für Hunde, die gerne draußen herumtollen. Auch für Besitzer mehrerer Hunde sind Ferienwohnungen oft die einzige praktikable Option, da Hotels meist nur ein oder zwei Hunde pro Zimmer akzeptieren.

Worauf bei der Buchung achten?

Bei der Buchung einer Ferienwohnung mit Hund sollte man darauf achten, dass Hunde ausdrücklich erlaubt sind – nicht alle Vermieter akzeptieren Haustiere, und manche erlauben nur kleine Hunde. Wichtig sind auch Fragen wie: Ist der Garten eingezäunt? Gibt es in der Nähe Gassimöglichkeiten? Sind Nachbarn tierfreundlich? Sind Böden leicht zu reinigen (Fliesen, Laminat) oder gibt es helle Teppiche, auf denen jeder Pfotenabdruck sichtbar ist? Auch die Lage spielt eine Rolle: Ein Ferienhaus mitten im Wald ist für viele Hunde Paradies, aber wenn der nächste Tierarzt 50 Kilometer entfernt ist, kann das im Notfall problematisch werden.

Beliebte Regionen für Ferienwohnungen mit Hund

Zu den beliebtesten Regionen für Ferienwohnungen mit Hund in Deutschland gehören die Ostsee (insbesondere Usedom, Rügen, Fischland-Darß), die Nordsee (Ostfriesische Inseln, Sylt, Sankt Peter-Ording), die Mecklenburgische Seenplatte, der Harz, der Schwarzwald, das Allgäu und die Bayerischen Alpen. Im Ausland sind vor allem die Toskana, Südtirol, Österreich (Kärnten, Tirol), Dänemark und die Niederlande (Zeeland) sehr hundefreundlich. Viele dieser Regionen haben sich gezielt auf Urlauber mit Hund eingestellt und bieten eine ausgezeichnete Infrastruktur.

Camping mit Hund – Naturerlebnis für Vierbeiner

Camping ist für viele Hunde die schönste Form des Urlaubs. Ständig draußen sein, andere Hunde treffen, neue Gerüche entdecken – Campingplätze sind oft ein Paradies für Vierbeiner. Zudem sind Campingplätze meist hundefreundlicher als Hotels, da die Gäste hier lockerer mit Tieren umgehen und die Atmosphäre entspannter ist. Viele Campingplätze haben eigene Hundewiesen, Hundeduschen und Agility-Parcours. Auch preislich ist Camping mit Hund attraktiv: Die meisten Plätze verlangen nur einen geringen Zuschlag (2 bis 5 Euro pro Nacht).

Wohnmobil oder Zelt – Was ist besser für Hunde?

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Im Wohnmobil hat der Hund einen geschützten Rückzugsort, und man ist unabhängig vom Wetter. Allerdings darf der Hund niemals alleine im geschlossenen Wohnmobil bleiben, da es sich bei Sonnenschein schnell auf lebensgefährliche Temperaturen aufheizt. Im Zelt ist der Hund näher an Herrchen oder Frauchen, aber auch anfälliger für Fluchtversuche (manche Hunde beißen sich im Panik aus dem Zelt). Generell gilt: Hunde, die nicht alleine bleiben können, eignen sich besser für Zelt- als für Wohnmobilurlaub, da man das Zelt eher unverschlossen lassen kann, wenn man kurz auf die Toilette muss.

Die besten Campingplätze für Hunde

Zu den hundefreundlichsten Campingplätzen in Deutschland gehören Regenbogen Camp Göhren auf Rügen, Rosenfelder Strand Ostsee, Nordsee-Camp Norddeich, und zahlreiche Plätze an der Mecklenburgischen Seenplatte. Im Ausland sind besonders Dänemark (wo Hunde auf fast allen Campingplätzen willkommen sind), die Niederlande (mit speziellen Hundecampingplätzen wie De Twee Bruggen) und Kroatien (Istrische Küste) sehr hundefreundlich. Bei der Wahl des Campingplatzes sollte man darauf achten, dass es in der Nähe Auslaufmöglichkeiten gibt und der Platz nicht zu voll ist – ein überfüllter Platz mit vielen bellenden Hunden ist für manche Tiere Stress.

Die schönsten Urlaubsziele mit Hund in Deutschland

Ostsee – Hundestrände und Meeresluft

Die Ostsee ist das beliebteste Reiseziel für Urlaub mit Hund in Deutschland. Fast jeder Küstenort hat einen ausgewiesenen Hundestrand, an dem die Vierbeiner frei laufen und im Wasser planschen dürfen. Besonders hundefreundlich sind die Inseln Usedom und Rügen, wo es zahlreiche Hundestrände, Hundewälder und hundefreundliche Restaurants gibt. Auch Fischland-Darß-Zingst ist ein Paradies für Hunde: Lange Strände, weitläufige Wälder und eine entspannte Atmosphäre machen die Region ideal. In der Nebensaison (Oktober bis März) sind Hunde oft auch an den Hauptstränden erlaubt, was die Auswahl noch vergrößert.

Nordsee – Wattwandern mit Vierbeiner

Die Nordsee bietet ein ganz anderes Erlebnis als die Ostsee: Wattwanderungen, Deichspaziergänge, steife Brisen und das einzigartige Wattenmeer-Ökosystem. Auch hier gibt es an fast allen Stränden Hundeabschnitte. Besonders beliebt bei Hundebesitzern sind Sankt Peter-Ording mit seinem kilometerlangen Strand, die Ostfriesischen Inseln (insbesondere Norderney und Juist), und Sylt, wo Hunde an vielen Strandabschnitten ganzjährig erlaubt sind. Wichtig: Bei Wattwanderungen sollten Hunde angeleint bleiben, da sie sonst Vögel aufschrecken und sich in Prielen (Wasserrinnen) verirren können.

Harz – Wandern in den Bergen

Der Harz ist das ideale Ziel für Wanderfreunde mit Hund. Hunderte Kilometer markierte Wanderwege, dichte Wälder, klare Bäche und ursprüngliche Natur machen die Region zu einem Paradies für aktive Hunde. Besonders schön ist der Harzer-Hexen-Stieg, der in mehreren Etappen durch den gesamten Harz führt und auch mit Hund gut zu bewältigen ist. Auch der Brocken, der höchste Berg Norddeutschlands, ist ein beliebtes Ziel – allerdings sollte man die Brockenbahn meiden, wenn der Hund nicht an Menschenmassen gewöhnt ist. Viele Hotels und Pensionen im Harz sind auf Wanderer mit Hund eingestellt und bieten entsprechende Services.

Allgäu und Bayerische Alpen – Berge und Seen

Das Allgäu und die Bayerischen Alpen bieten spektakuläre Landschaften und sind hervorragend für Urlaub mit Hund geeignet. Kristallklare Bergseen, auf denen Hunde schwimmen dürfen, alpine Wanderwege, urige Berghütten, in denen Hunde willkommen sind – hier kommt jeder Naturliebhaber auf seine Kosten. Besonders hundefreundlich sind die Regionen um Füssen (Forggensee, Alpsee), Garmisch-Partenkirchen, das Tegernseer Tal und das Berchtesgadener Land. Wichtig: Bei Bergtouren sollte man die Kondition des Hundes realistisch einschätzen und auf sicheren Wegen bleiben.

Beliebte Urlaubsziele mit Hund in Europa

Österreich – Alpenurlaub auf höchstem Niveau

Österreich ist für Hundebesitzer ein Traumziel. Die Einreise ist unkompliziert (EU-Heimtierausweis und Tollwutimpfung genügen), die Menschen sind tierfreundlich, und die Natur ist atemberaubend. Besonders beliebt sind Kärnten (mit seinen warmen Badeseen, an denen Hunde oft erlaubt sind), Tirol (mit unzähligen Wanderwegen), und das Salzkammergut (mit malerischen Seen und Bergen). Viele österreichische Hotels bieten spezielle Hundepakete an, und in Restaurants sind Hunde meist willkommen. Auch die Almen und Berghütten erlauben in der Regel Hunde, solange diese angeleint sind.

Italien – Gardasee, Toskana und Südtirol

Italien ist hundefreundlicher, als man zunächst denken mag. Besonders Südtirol, der Gardasee und die Toskana sind ausgezeichnete Ziele für Urlaub mit Hund. Am Gardasee gibt es mehrere Hundestrände (unter anderem in Toscolano-Maderno und Lazise), und die Bergwanderwege im Hinterland sind ideal für aktive Hunde. In der Toskana sind viele Ferienhäuser und Agriturismo-Betriebe hundefreundlich, und die weiten Landschaften bieten viel Auslauf. Südtirol verbindet österreichische Hundefreundlichkeit mit italienischem Flair – eine perfekte Kombination. Wichtig: In italienischen Städten herrscht oft Maulkorb- und Leinenpflicht, und in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen kleine Hunde in einer Transportbox reisen.

Frankreich – Atlantikküste und Provence

Frankreich hat strenge Regelungen für bestimmte Hunderassen (siehe oben), ist aber ansonsten ein angenehmes Reiseziel für Hunde. Besonders die Atlantikküste (Bretagne, Aquitanien) und die Provence sind hundefreundlich. Viele französische Campingplätze akzeptieren Hunde, und auch zahlreiche Ferienhäuser sind haustierfreundlich. An den Stränden der Atlantikküste gibt es außerhalb der Hauptsaison oft keine Einschränkungen für Hunde. In der Provence sind die weiten Lavendelfelder und die Weinberge perfekt für ausgedehnte Spaziergänge. Wichtig: Restaurants sind in Frankreich oft strenger als in Deutschland, was Hunde betrifft – vorher fragen lohnt sich.

Dänemark und Niederlande – Die Klassiker für Hundeurlaub

Dänemark und die Niederlande gehören zu den hundefreundlichsten Ländern Europas. In Dänemark sind Hunde an fast allen Stränden erlaubt (außerhalb der Sommermonate sogar ohne Leine), und die Infrastruktur für Hundebesitzer ist hervorragend. Einziger Wermutstropfen: Das dänische Hundegesetz verbietet 13 Rassen. In den Niederlanden sind besonders Zeeland und die Nordseeküste beliebt. Hier gibt es zahlreiche Hundestrände, Hundewälder (wo Hunde frei laufen dürfen) und hundefreundliche Campingplätze. Beide Länder sind mit dem Auto gut erreichbar und daher ideal für Kurzurlaube.

Anreise mit Hund – Auto, Bahn, Flugzeug

Mit dem Auto – Die entspannteste Variante

Das Auto ist für die meisten Hundebesitzer das bevorzugte Verkehrsmittel. Man ist flexibel, kann jederzeit Pausen einlegen, und der Hund befindet sich in einer gewohnten Umgebung. Wichtig ist die richtige Sicherung: Hunde müssen laut Straßenverkehrsordnung so transportiert werden, dass sie bei einem Unfall oder einer Vollbremsung nicht zur Gefahr werden. Empfohlen werden eine stabile Transportbox im Kofferraum (mit Trenngitter zum Fahrgastraum), ein Sicherheitsgeschirr mit Anschnallgurt oder ein stabiles Trenngitter. Kleine Hunde können auch in einer Transportbox auf dem Rücksitz reisen.

Bei langen Autofahrten sollte man alle zwei Stunden eine Pause einlegen, damit der Hund sich bewegen, trinken und sein Geschäft erledigen kann. Niemals darf ein Hund im geschlossenen Auto zurückgelassen werden, auch nicht für kurze Zeit – bereits ab 20 Grad Außentemperatur kann es im Auto lebensgefährlich heiß werden. Wasser und ein Napf sollten immer griffbereit sein. Manchen Hunden wird im Auto übel – hier helfen Reisetabletten vom Tierarzt oder eine schrittweise Gewöhnung an Autofahrten.

Mit der Bahn – Möglich, aber mit Einschränkungen

Bahnreisen mit Hund sind grundsätzlich möglich, aber weniger komfortabel als Autofahrten. In Deutschland dürfen kleine Hunde (in einer Transportbox) kostenlos mitreisen, größere Hunde benötigen ein Ticket zum halben Preis eines Erwachsenentickets und müssen angeleint und (in vielen Bundesländern) mit Maulkorb versehen sein. In voll besetzten Zügen kann es für große Hunde eng und stressig werden. Auch die An- und Abreise zum Bahnhof mit Gepäck und Hund ist oft umständlich. Für Kurzstrecken oder Städtereisen ist die Bahn aber durchaus eine Option. Im Ausland gelten unterschiedliche Regelungen – in Italien etwa müssen alle Hunde einen Maulkorb tragen, auch wenn sie ihn nicht aufsetzen müssen.

Mit dem Flugzeug – Nur im Notfall

Flugreisen sind für Hunde Stress und sollten nur in Ausnahmefällen in Betracht gezogen werden. Kleine Hunde (bis etwa 8 Kilogramm inklusive Transportbox) dürfen bei den meisten Airlines in der Kabine mitreisen, müssen aber während des gesamten Fluges in der Box bleiben. Größere Hunde müssen in den Frachtraum, wo sie in einer stabilen, IATA-zugelassenen Transportbox untergebracht werden. Die Bedingungen dort sind alles andere als komfortabel: Lärm, Temperaturschwankungen, Dunkelheit und Isolation können für Hunde traumatisch sein. Auch gesundheitliche Risiken (Sauerstoffmangel, Dehydrierung) sind nicht zu unterschätzen. Kurzschnäuzige Rassen wie Möpse oder Bulldoggen dürfen bei vielen Airlines gar nicht fliegen, da ihr Risiko für Atemprobleme zu hoch ist. Wer nicht anders kann, sollte seinen Tierarzt konsultieren und die Airline sorgfältig auswählen.

Die perfekte Packliste für den Urlaub mit Hund

Dokumente und Gesundheit:

  • EU-Heimtierausweis
  • Kopie der Haftpflichtversicherung
  • Tierarztadresse am Urlaubsort
  • Reiseapotheke (Verbandsmaterial, Zeckenzange, Pinzette, Desinfektionsmittel, evtl. Medikamente)
  • Medikamente (falls regelmäßig nötig, z.B. für chronische Erkrankungen)

Futter und Wasser:

  • Gewohntes Futter für die gesamte Reise (im Ausland gibt es die gewohnte Marke oft nicht)
  • Leckerlis
  • Futter- und Wassernäpfe (faltbare Reisenäpfe sind praktisch)
  • Wasserflasche für unterwegs

Ausrüstung:

  • Leine und Halsband/Geschirr
  • Schleppleine für Freilauf in sicheren Gebieten
  • Maulkorb (in manchen Ländern Pflicht, auch wenn der Hund ihn nicht tragen muss)
  • Hundebett oder Decke
  • Lieblingsspielzeug
  • Kotbeutel
  • Handtücher (zum Abtrocknen nach Regen oder Baden)

Für die Autofahrt:

  • Transportbox oder Sicherheitsgeschirr
  • Sonnenschutz für die Scheiben
  • Kühlmatte (bei Hitze)
  • Alte Decken zum Schutz der Sitze

Häufig gestellte Fragen zum Urlaub mit Haustier

Kann ich mit meinem Welpen in den Urlaub fahren? Ja, aber erst ab einem Alter von mindestens 15 Wochen, da die Tollwutimpfung erst dann wirksam ist. Bedenken Sie auch, dass junge Hunde noch nicht stubenrein sind und viel Aufmerksamkeit benötigen. Ein Urlaub mit Welpe ist anstrengender als mit einem erwachsenen Hund.

Sind Katzen für Urlaubsreisen geeignet? Katzen sind territoriale Tiere und fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung am wohlsten. Eine Urlaubsreise bedeutet für sie oft Stress. Ausnahmen sind Katzen, die von klein auf an Reisen gewöhnt wurden. Für die meisten Katzen ist eine Betreuung zu Hause die bessere Lösung.

Was mache ich, wenn mein Hund im Urlaub krank wird? Notieren Sie vor der Reise die Adresse und Telefonnummer eines Tierarztes am Urlaubsort. Viele Hotels und Campingplätze haben Empfehlungen. In der EU gilt die Europäische Krankenversicherungskarte auch für Tiere nicht – Behandlungskosten müssen vor Ort bezahlt werden. Eine Auslandskrankenversicherung für Haustiere kann sinnvoll sein.

Darf mein Hund im Restaurant dabei sein? Das variiert stark von Land zu Land und von Betrieb zu Betrieb. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Hunde in vielen Restaurants willkommen (oft im Außenbereich). In Frankreich und Italien sind die Regeln strenger. Am besten vorher fragen.

Wie lange darf ich meinen Hund im Hotelzimmer alleine lassen? Idealerweise gar nicht, aber das ist natürlich nicht immer möglich. Kurze Abwesenheiten (bis zu zwei Stunden) sind bei gut erzogenen Hunden in Ordnung. Längere Abwesenheiten sind problematisch, da der Hund bellen könnte (Ärger mit anderen Gästen) oder das Zimmer beschädigen könnte.

Braucht mein Hund eine Auslandskrankenversicherung? Nicht zwingend, aber empfehlenswert. Tierarztkosten im Ausland können teuer sein, und eine Versicherung gibt Sicherheit. Prüfen Sie, ob Ihre bestehende Hundehaftpflicht oder Krankenversicherung auch im Ausland gilt.

Fazit – Mit guter Vorbereitung wird der Urlaub mit Haustier zum Erfolg

Ein Urlaub mit Hund oder Katze erfordert mehr Planung als ein Urlaub ohne Tier, aber die Mühe lohnt sich. Die gemeinsame Zeit, die neuen Erlebnisse und die Freude, die das Tier am Urlaub hat, sind unbezahlbar. Die wichtigsten Voraussetzungen sind: rechtzeitige Vorbereitung (Impfungen, Dokumente), die Wahl einer geeigneten Unterkunft und eines hundefreundlichen Reiseziels, die richtige Ausrüstung, und realistische Erwartungen. Nicht jeder Hund ist für jede Art von Urlaub geeignet – ein nervöser Hund wird an einem überfüllten Strand nicht glücklich, und ein bewegungsfreudiger Hütehund langweilt sich in einem Wellnesshotel. Mit der richtigen Planung und etwas Flexibilität wird der Urlaub mit Haustier jedoch zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie – inklusive der vierbeinigen Mitglieder.

Wir leisten mit jder buchung einen Sponsorbeitrag für Sportvereine über TeamCoin.